16. Lamer Osserlauf 2017

16. Lamer Osserlauf 2017

Die jüngste Läuferin Isabel Augustin aus Frauenau war gerade einmal drei Jahre alt – der älteste Athlet Wilhelm Anderl lief als 80-Jähriger noch über eine 7,5-Kilometer-Distanz und wirkte dabei so vital, dass ihn manche gut ein bis zwei Jahrzehnte jünger geschätzt hätten, zumal er auf der Strecke sogar noch ein spitzbübisches Lächeln aufsetzte. Der 16. Lamer Osserlauf war ein Laufevent der Generationen. Der herrliche Sommertag erleichterte einesteils die Ausrichtung durch die Sparte Ski Nordisch der Sportvereinigung Lam und lockte andererseits viele Zuschauer auf den Lamer Marktplatz, die der laufenden Zunft angesichts der Hitze viel Respekt zollte.

Um den Jüngsten eine Orientierungshilfe zu geben, fuhr Magdalena Lohberger mit dem Mountainbike voraus. „Noch 30 Sekunden, fünf, vier, drei, zwei, eins, auf geht‘s“, wurden sie ab der Startlinie förmlich mit Anfeuerungsrufen ins Ziel getragen, wo die Kleinsten sogar noch von Mama oder Papa mit ausgebreiteten Armen empfangen wurden. „Gut hast du das gemacht“, lobte Stephan Jarosch die respektablen Leistungen und man sah: Es machte den Nachrückern Spaß. Ständig belagert waren die Teeausgabe und die Obsttheke sowohl von den eintreffenden Athleten, als auch von vielen Wespen. Da es die Sonne fast zu gut meinte, reichten die Kinder der Sparte Ski nordisch beim Durchlauf tropfnasse Schwämme, die dankbar angenommen wurden. Nach den kurzen Distanzen der Schüler wuchs der Nervenkitzel. „Alle noch nicht gelaufenen Athleten werden im Startbereich erwartet“, kündigte Jarosch den letzten „Mammutstart“ an. Wie schon seit einigen Jahren mischte sich auch Bürgermeister Paul Roßberger ins Starterfeld. Wie er hatten noch einige andere den „Marathon“ des fünftägigen FFW-Jubiläums zu verkraften. „Des schaut richtig gut aus“, sagte Jarosch, als die 77 Läufer über den Marktplatz preschten. „Sie laufen fünf Kilometer, also zweimal den Anstieg über den Panoramapark hoch“, machte der Moderator diesen schweren Part bewusst. Erstmals hatten die Organisatoren dort eine „Dusche“ installiert, die wohltuend erfrischte. Der Rest des Pulks bis zu den Herren 60 hatte viermal 2,5 Kilometer (ab 60 dreimal) zu absolvieren, wobei alle beim Durchlauf frenetisch angefeuert wurden. Im Feld vertreten waren auch die Trailrunner Markus Mingo und Wolfgang Hochholzer, die natürlich in ihrer Kategorie an die Spitze liefen. „Übern Berg is ma liaba“, bekannte Mingo im Ziel, dem es aber sichtlich Spaß machte, dabei zu sein. Außerdem zeigte er sich mit seinem Teamkollegen Wolfgang Hochholzer gerne solidarisch im Hinblick auf den nächsten U.trail Lamer Winkel 2018. Zwischendurch dankte der versierte Ansager allen, die sich in irgendeiner Art und Weise einbrachten, beispielsweise den Helfern vor Ort für den Sanitätsdienst, der FFW für die Absperrung oder der Sparkasse für das Sponsoring. Geschäftsstellenleiter Franz Rabl wirkte im Kampfgericht mit, das sich unter einer Überdachung neben dem Ziel niedergelassen hatte. Die Fäden liefen bei Abteilungsleiter Thomas Schmid und Franz Aschenbrenner an der EDV zusammen. Als Streckenchef legte sich Franz Lohberger ins Zeug. Dankesworte galten der Marktgemeinde mit Bürgermeister Roßberger und seinem Bauhofteam für die Unterstützung sowie den tangierten Grundstücksbesitzern.

Ein bekanntes Gesicht beim 16. Osserlauf war wieder Anna Weigl, die mit dem Jahrgang 1941 die älteste Dame war. Da sich die gesamte Laufkonkurrenz untereinander meist sehr gut kennt, haben alle die fitte Anna – in ihrem früheren Berufsleben Postbotin – ins Herz geschlossen. Alljährlich fährt sie zu mehreren der fünf Veranstaltungen des Laufcups. Finden die „Kollegen“ sie nicht in der Starterliste, wird gleich nach ihr gefragt. Aber hin und wieder gibt es eben auch Überschneidungen, tritt sie also heimatnäher an. „So arg viel lauf ich gar nicht mehr“, hat sie ihr Pensum nach eigenen Worten etwas zurückgeschraubt. Wichtig ist ihr, dabei zu sein. „I möcht dem Verein etwas Gutes tun“, heißt ihre Maxime. Und natürlich auch sich selbst. Nach Bad Kötzting und Cham ist sie mit dem Auto gefahren. Für den Start in Lam gönnte sich die vitale Seniorin, die als Übungsleiterin mehrere Gruppen betreut und darauf hauptsächlich ihre Zähigkeit zurückführt, ein Bayern-Ticket, um Hin- und Rückfahrt besser genießen zu können. Beim Empfang im Ziel ging ihr geradezu das Herz auf, weil junge Fußballer sie das letzte Stück begleiteten und sich rührend um ihre Erfrischung bemühten. „Ja, da muaß i scho wiederkema“, lachte die sympathische Ammerthalerin.

Streckenbestzeit Damen durch Elisabeth Plötz, TV Bad Kötzting und bei den Herren Thomas Wanninger, WSV Viechtach


 

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